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Von Lebertran bis Slivovic

Vom Kriegskind zum Bosnienhelfer
von Heribert Hölz

2. Auflage
224 Seiten
Paperback mit Folienkaschierung
Format: 12,8 x 21 cm
ISBN 978-3-939256-06-9

€ 14,95


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Zum Buch

Wie viele Menschen kennen Sie, denen bereits zu Lebzeiten ein eigenes Denkmal errichtet wird? In "Von Lebertran bis Slivovic" berichtet mit Heribert Hölz ein solcher Mensch aus seinem selbstlosen Leben:

Vom Duisburger Kriegskind und Halbwaisen, das aus einfachsten Verhältnissen stammt, bis hin zum Erwachsenen, der sein berufliches und ehrenamtliches Leben der Nächstenliebe widmet, die Duisburger Caritas-Bosnienhilfe gründet und dabei unter Einsatz seines Lebens vor Ort unermüdlich den Ärmsten der Armen hilft.

Leseprobe

In der Schlange fällt mir eine alte Frau auf, eine Oma, an der Hand ein kleines Mädchens. Geduldig wartet die Oma, bis auch sie an der Reihe ist und ein Paket erhält. Was dann passiert, habe ich ganz genau beobachtet. Sie nimmt das Paket, trägt es zur Seite, um für die Nachrückenden Platz zu machen. Sie öffnet es und staunt – ich sehe es ihrem Gesicht an. Obenauf liegen vier Tafeln Schokolade. Sie greift nach einer Tafel, entfernt vorsichtig, fast behutsam das Papier und bricht einen Riegel Schokolade ab. Den steckt sie dem kleinen Mädchen an ihrer Seite in den Mund. Ich bin wie gebannt. Das kleine Mädchen verzieht ihr Gesicht, fast zu einer Grimasse, so als wollte es sagen: Was hat mir denn da meine Oma in den Mund gesteckt? Und nur Sekundenbruchteile danach huscht ein Lächeln über das kleine Gesichtchen, ja, es strahlt. Der Grund ist klar: Denn was mir da meine Oma in den Mund gesteckt hatte, schmeckt ja lecker, schmeckt süß, schmeckt unheimlich gut. Schokolade eben.

Ich gehe zu der alten Frau, spreche sie an. Sie versteht etwas deutsch. Ich sage zu ihr: "Ich habe das nicht verstanden. Warum hat das kleine Mädchen soeben das Gesicht zu einer Grimasse verzogen" – ich mache das vor – "so als möchte sie gar keine Schokolade? Warum?"


Daraufhin macht die Oma einen Schritt auf mich zu. Sie steht ganz dicht vor mir. Sie umarmt mich und sagt schluchzend: "Kind keine Schokolade kennen! Kind erste Mal Schokolade!" Dann weint sie bitterlich.

Zum Autor

"Als sich im Jahre 1991 auf dem Balkan der Krieg abzeichnete und die Bilder über das Fernsehen in die Wohnungen kamen, wollte ich unbedingt den bedrängten Menschen helfen. Ich wusste aus eigenem Erleben, was Not heißt.

Im Februar 1992 bin ich dann zum ersten Male in den Krieg gefahren. Ich habe eine Reihe brenzliger Situationen überstanden und das Grauen erlebt. Inzwischen bin ich im Sommer dieses Jahres zum 72. Male auf dem Balkan gewesen, wo Menschen immer noch unbedingt Hilfe benötigen, weil der Staat total versagt."